German YOKO! DAS Portal rund um Yoko und Ono

Nick Johnstone: Yoko Ono Talking [Buch,VÖ: 01.02.2008]

In Her Own Words

Cover zum Buch: Yoko Ono Talking von Nick Johnstone, (C) Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2008
Buchtitel: Yoko Ono Talking
© Schwarzkopf & Schwarzkopf

Wien (gbip/08.02.2008) - Das österreichische Onlinemagazin Lennono meldete am 22. Januar, dass der deutsche Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf für Anfang Februar eine Buchveröffentlichung über Yoko Ono plane. Weiter schreibt Lennono auf den Erdbeerfeldern:

"Beim deutschen Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf wird Anfang Februar die deutsche Ausgabe des Buches 'Yoko Ono Talking' erscheinen. Autor ist der in London lebende Musikjournalist Nick Johnstone, der u. a. auch regelmäßig für das Magazin 'Uncut' sowie für die englische Tageszeitung 'The Guardian' schreibt. Das 192 Seiten starke Buch ist wesentlich besser aufgemacht als die 2006 erschienene englische Original-Ausgabe und wird rund 15 Euro kosten."

Unseren nachfolgenden Beitrag über "Yoko und die drei eifersüchtigen Schwiegermütter" widmen wir nun der mittlerweile vorliegenden deutschen Ausgabe.

..........

Yoko und die drei eifersüchtigen Schwiegermütter

"Sie ist die berühmteste unbekannte Künstlerin der Welt: Jeder kennt ihren Namen, aber niemand weiß, was sie macht." (John Lennon)

"Das Leben ist wunderschön, dass es schwer ist, es nicht zu lieben." (Yoko Ono, 2003)

Frankfurt/Main (gbip/09.02.2008) - Treffender hätte Herausgeber Nick Johnstone seine Zitatensammlung von und über Yoko Ono, die Künstlerin, Musikerin, Friedensaktivistin und Witwe nicht anfangen beziehunsweise beenden können. Wer ist Yoko? Ein stückweit wird es diesem Werk gelingen, das Image der Japanerin, die am 18. Februar 2008 ihren 75. Geburtstag feiern darf, mit Leben zu füllen.

Es mögen gut fünfhundert Zitate sein. Die meisten von Yoko, viele von John, andere wiederum von Weggefährten. Ein Kapitel zitiert Julian Lennon und sogar Cynthia Lennon oder Paul McCartney kommen zu Wort. Man sieht, Johnstone bemühte nicht nur offensichtliche Fürsprecher. Der Einband der amerikanische Originalausgabe macht auch gleich klar: Nicht offiziell und nicht genehmigt. Dennoch das Buch pflegt einen respektvollen Umgang mit Frau Ono, wie auch sie respektvoll und abwägend über ihre Kritiker urteilt. Das rührt sicher auch daher, dass viele Kommentare in den letzten zwanzig Jahren abgegeben wurden, wenngleich die Vorgänge um "ihr Eindringen" in den Beatleskreis oder ihre Rolle beim Auseinanderbrechen der Gruppe noch weiter zurückliegen: "Ich glaube, dass es einige Menschen verärgerte, dass eine Frau mit dunkler Hautfarbe an der Seite dieses Helden mit weißer Haut war, aber sie gewöhnten sich mehr oder weniger an mich. Und wenn sie beim nächsten Mal eine farbige Frau sahen, hatten sie vielleicht ihre Meinung geändert", gibt Yoko 1997 zu bedenken. "Ich verstehe, was die Leute darüber gedacht haben ..."

Natürlich liegt der Schwerpunkt des Buches ganz eindeutig auf ihren Lebensabschnitt mit John Lennon. Vielleicht war dies der Wichtigste, aber beileibe nicht der Einzige.Bereits als Kind erfuhr sie eine umfangreiche künstlerische und musikalische Grundausbildung, die sie später das bewusst und schlüssig msetzen ließ, was ihre Kritiker bisweilen entsetzt und ratlos nur entgegen zu nehmen vermochten.

Cover zum Buch: Yoko Ono Talking von Nick Johnstone, (C) Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2008
John and Yoko Talking © Schwarzkopf & Schwarzkopf, Rex Features

Frau Ono hatte genau deshalb jahrzehntelang ein Imageproblem - gerade auch neben einer Lichtgestalt, wie es Lennon zu sein schien. "Als ich am Telefon mal mit ihr sprach, schien sie verdammt nett zu sein ... Hör mal ich verehre [Lennon], ich resprektiere ihn, und ich bin mir sicher, dass er auch ein Arsch war", bekennt Liam Gallagher, der in puncto "Hinterteil" wohl ziemlich gut wissen dürfte, wovon er spricht. Fast sei es eine Replik, wenn Yoko Ono dann mit den Worten zitiert wird: "Wenn jemand eine Sklavin im Haus hat, wie kann man erwarten, dass er draußen in der Welt eine Revolution startet."

Gottseidank ist unsere Gesellschaft heute ein Stückchen weiter. Yoko hat sich in ihrer Rolle als Frau (ok, der Mann kann sich nicht mehr wehren) behauptet ebenso in der Rolle als Künstlerin. Weltweit erntet sie höchstes Lob für ihre Retrospektiven. Ihre humanitären Aktivitäten werden von einzelnen Regierungen oder der Uno unterstützt. So schlicht ihr Ansatz dabei ist, so berechtigt ist ihre bereits 1969 gestellte Frage: "Der einzige Weg, die Welt zu ändern, ist, etwas in den Köpfen zu ändern. Wenn die Macher von Coca-Cola jeden auf der Welt dazu bringen können, Coca-Cola zu trinken, warum können wir dann nicht das Gleiche tun?" Nun, am Ende scheint sie mit ihrer Mission wohl nicht zu sein.

Und seit die tanzfreudige Jugend auf krude Stücke wie "Open Your Box" abfährt, bleiben der Grand Dame auch Top-Charterfolge vergönnt. Weitere Kapitel beschäftigen sich mit Drogen, ihren Soloalben, der heutigen Politik oder den McCartneys ("Manchmal ist Onkel Eddie eben nicht dein bester Freund", so Paul).

Das Buch ist im festen Einband und wertig aufgemacht. Es gibt zwei Bildteile mit insgesamt 26 überwiegend bekannten Fotos. Gut ist: Die Zitate sind thematisch chronologisch den kommentierten Ereignissen und Lebensabschnitten nach gegliedert.Zu jedem Beitrag wurde das Jahr angegeben, in dem er gesprochen oder geschrieben wurde. Leider fehlen die Quellenangaben.

"Yoko Ono Talking" ist allgemein und breit gefächert. Sobald man an speziellere Aspekte herangegen möchte, wie Yokos künstlerisch-bildenden Projekte, ihre Musik oder ihre politischen Aktivitäten - geht das über "Yoko Ono Talking" hinaus. Was beispielsweise die Kunst betrifft, so empfehlen wir das kleine Brevier "Imagine Yoko" oder den Museumskatalog über die Ausstellung "Horizontal Memories". Das deutschsprachige Buch "Yoko Ono - In Her Own Write" von Katrin Berndt, so ließ uns das Onlinemagazin Lennono wissen, erschien 1999 und setzt sich umfassend mit dem musikalischen Werk von Yoko Ono auseinander.

Frau Ono weiß sich weitgehend den Fängen der Boulevardblätter zu entziehen, so ist es schön, ab und an in einem Buch etwas über sie zu erfahren. "Yoko Ono Talking" ist eine hervorragende - wenn auch nur - Einstiegsliteratur: Wer die "Witwe", Künstlerin, Aktivistin oder Musikerin kennenlernen möchte, bekommt den Eindruck einer charmanten, netten, zielbewußten, agilen, kreativen und bisweilen bärbeißigen Person (ohne Heiligenschein) vermittelt.

Ach ja ... die drei Schwiegermütter. Sie werden sich wohl fragen, was es damit aufsich hat. 1981 äußerte sich Yoko über Paul, George und Ringo: "Bei John war es so, dass ich mit diesem Typen ins Bett ging, und plötzlich sah ich am nächsten Morgen diese drei eifersüchtigen Schwiegermütter im Zimmer stehen."

Bibliografische Angaben

Yoko Ono - Talking
Von Nick Johnstone
Übersetzt von Madeleine Lampe und Thorsten Wortmann
192 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
und zwei separaten Bildteilen
ISBN 978-3-89602-825-9
Preis: EUR 14,90 (D)
Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2008.

Weitere Informationen siehe auf der Webseite des Verlages ...

...............................................................................................................................................
Zurück zum Seitenanfang