“Viele Musiker werden regelmäßig nach den Songs gefragt, die sie beeinflusst haben,” schreibt Universal. “Paul McCartney bekam selten Gelegenheit, über dieses Thema zu sprechen. Mit der bevorstehenden Veröffentlichung des neuen Albums ‘Kisses On The Bottom’ am 3. Februar 2012 bietet er uns jetzt einen kleinen Blick auf die ‘Songs hinter den Songs’ – die Klassiker, mit denen er in seiner Kindheit aufwuchs. Zwei brandneue eigene Songs sind außerdem auf dem Album.”
Das amerikanische National Public Radio (NPR) spendiert dem Projekt einen kompletten Audiostream.
Paul ist seit über 20 Jahren an dieser Scheibe dran: “Ich sagte mir einfach irgendwann: Wenn ich es jetzt nicht mache, dann passiert es nie“, erklärt Paul, “Als ich anfing zu schreiben und zu komponieren, merkte ich, wie gut diese Songs strukturiert waren und ich denke schon, dass ich dadurch viel gelernt habe. Ich fand Künstler wie Fred Astaire ziemlich cool. Songschreiber wie Harold Arlen, Cole Porter usw. fand ich einfach magisch. Und als ich dann selbst Songs schrieb, merkte ich, wie gut und schön diese Stücke waren.“
Universal schreibt in einer heute erschienenen Presseinformation: “Für dieses Album wollte Paul unbedingt einen neuen Weg beschreiten und holte sich dafür die Unterstützung von LiPuma und Diana Krall mit Band, die ein extrem hohes musikalisches Niveau mitbrachten und Pauls Gefühl und seinen Respekt für die Musik komplett verstanden. Auch die Studioaufnahmen waren für Paul eine neue Herausforderung: Es war das allererste Mal, dass er ausschließlich in der Gesangskabine arbeitete – ohne Instrument, ohne Gitarre, ohne Bass und ohne Piano. So entstanden Gesangsaufnahmen, wie wir sie noch nie zuvor von Paul gehört haben.”
Das deutsche Rolling Stone-Magazin hat sich am Dienstag in einer Rezension gespalten über “Kisses On The Bottom” geäußert. “Wie schon auf seiner Rock’n’Roll-Coverplatte ‘Run Devil Run’ hat McCartney eine spannende Mischung aus Klassikern und Obskuritäten gefunden und dazu zwei neue Songs geschrieben. Diana Kralls Band spielt stilsicher, Arrangeur und Bassist John Clayton hat geschmackvolle Streicher eingefügt… . McCartney selbst fährt auf diesem Album freihändig und beschränkt sich aufs Singen.” Aber … “Ein großer Sänger ist er aber ja leider nicht mehr. Während die Stimme bei einigen seiner Altersgenossen mit den Jahren an Gravität gewonnen hat, verlor sein Organ an Fülle und Gewicht. … ‘Kisses On The Bottom’ ist ein Nebenwerk, ein Spiel, ein privates Vergnügen, ein Brief an die Vergangenheit und eine Feier der großen abwesenden Anderen, die schon mal vorausgegangen sind in den Songwriter-Olymp.”
Begeisterung klingt anders. Aber die Geschmäcker sind gottseidank verschieden. Und zugegeben, es ist nicht leicht, von geliebten Gewohnheiten – und sei es die Stilsicherheit des Popmusikers Paul McCartney – Abstand zu nehmen. Man muss ja Sir Paul nicht als Crooner in die Arme schließen. Aber, unseres Erachtens ist das neue Album hervorragend produziert: Eine tolle Band, leichtes Arrangement … und ein gelöster Paul McCartney, dem man förmlich anmerkt, dass er sich mit “Kisses On The Bottom” einen lang gehegten Traum erfüllt. Man sollte Leuten wie Tommy LiPuma und Diana Krall auch ein stückweit vertrauen, dass sie wissen, auf was sie sich da eingelassen haben.
Unsere Anspieltipps: “Inch Worm”, “I’m Gonna Sit Right Down And Write Myself A Letter” oder “More I Cannot Wish You”
Bildnachweis: Paul McCartney: Kisses On The Bottom. (C) by medienAgentur, 2012.


Eine neue Arithmetik ist entstanden: Ringo Starr veröffentlicht hierzulande am 10. Februar – sein 17. Solo-Studioalbum und das soll den Titel “Ringo 2012″ tragen. Man kann nur hoffen, dass die Platte nicht genauso inspirationslos ist wie dieser Titel. Anyway. Die Platte wird bei Hip-O (Universal) aufgelegt.
Als Robbie Williams vor ein paar Jahren eine neue von Popstars getriebene Swingwelle auslöste, war schon mal die Rede davon, dass auch Paul McCartney mit einem solchen Projekt in den Startlöchern stand. Nun ist es endlich wahr geworden. Aufmerksame GERMAN MOOD-Leserinnen und -Leser kennen unsere Vorliebe für Jazzmusik. Am 3. Februar erscheint hierzulande “Kisses On The Bottom” bei Concord Music (Universal).
